Der erste Band der auf neun BĂ€nde geplanten Ausgabe der Briefe von Therese Huber (1764-1829) enthĂ€lt die Briefe bis zu ihrem 40. Lebensjahr und dokumentiert damit ihre Entwicklung vom jungen MĂ€dchen (Göttingen, Schweiz, Gotha) ĂŒber die erste Ehe mit Georg Forster (Wilna, Göttingen, Mainz), die zweite Ehe mit Ludwig Ferdinand Huber (NeuchĂątel, BĂŽle, TĂŒbingen, Stuttgart) und den Beginn eigener Arbeiten als Schriftstellerin und Ăbersetzerin bis zu der bevorstehenden Ăbersiedlung der Familie nach Ulm. Die Briefe sind sowohl Lebens- als auch Zeitzeugnisse einer erfolgreichen und berĂŒhmten Frau um 1800, die sowohl Ehefrau, Hausfrau und Mutter als auch Schriftstellerin und Redakteurin war. Sie machen die Herausbildung und Entwicklung einer individuellen Moral (Weiblichkeit, Freundschaft, Liebe, Ehe, Erziehung, Pflicht, Tod) nachvollziehbar, die in Auseinandersetzung mit zeittypischen Vorstellungen und eigenen Erfahrungen gewonnen und spĂ€ter an die ab 1801 in Colombier/Schweiz lebende Tochter Therese Forster weitergegeben wird.
Das Spiel- und Sprachverhalten der eigenen Kinder wird insbesondere in der kontinuierlich gefĂŒhrten (französischen) Korrespondenz mit der Ă€ltesten Tochter beschrieben und reflektiert. Die Briefe dieses Bandes lassen den allmĂ€hlichen Aufbau eines LektĂŒreverhaltens und kritischer Urteilskraft sowie das Interesse an eigenem Schreiben und die Schulung sprachlicher AusdrucksfĂ€higkeit erkennen. Sie bieten Einblicke in das gesellschaftliche und kulturelle Leben der UniversitĂ€tsstĂ€dte Göttingen und Wilna sowie Mainz, zeigen Wahrnehmungsvermögen und Reaktion auf die Begegnungen mit der Fremde (Schweiz, Wilna) und vermitteln vielfĂ€ltige Erfahrungen aus der Zeit der Französischen Revolution und ersten RepublikgrĂŒndung in Deutschland. Unter den Partnern der ĂŒberlieferten Korrespondenz dieser Jahre sind vor allem Christian Gottlob und Georgine Heyne, Luise Mejer, Samuel Thomas Soemmerring und Therese Forster mit umfangreichen an sie gerichteten Briefko